Früher war alles besser

Früher war alles besser

Mit Mitte/Ende 30 komme ich so langsam in ein Alter, in dem ich diesem Satz langsam etwas abgewinnen kann. Ein bisschen zumindest. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass die momentanen Veränderungen, die über den Globus rasen, auch die überfordern, die mit der Devise “anders ist immer besser” unterwegs waren. Wie haben wir doch immer leicht mitleidig die Bevölkerung in asiatischen Mega-Städten mit ihren Masken belächelt. Niemand hätte Anfang des Jahres gedacht, dass auch wir heute flächendeckend mit Mund-Nasen-Bedeckungen einkaufen gehen würden. Früher hat man sich zur Begrüßung umarmt – heute gilt es als intim, wenn sich Unterarme oder Fußsohlen kurz berühren. Früher galt Urlaub auf Balkonien als bemitleidenswert – heute ist es das beliebteste “Reiseziel” überhaupt.

Es ist nichts Neues, dass man gerade in christlichen Kreisen einen Hang zu Nostalgie beobachten kann, dass man dem “Früher war alles besser”-Gedanken begegnet. Das liegt vielleicht auch daran, dass ‘das Buch’ von Erlebnissen berichtet, an die sich die Christenheit nur zu gern zurückerinnert. In Apostelgeschichte 2 werden zum Beispiel die Anfänge des Gemeindelebens so beschrieben: “sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.”
Das klingt anders, als wir Gemeinde heute oftmals vorfinden. Und dass da ein “früher war alles besser” aufkommt, kann man ja tatsächlich auch verstehen. Oder könnte man verstehen, wenn man davon ausgehen müsste, dass das, was die ersten Christen erlebt haben, eben nur damals möglich gewesen wäre.

Ist das so? Erzählt die Apostelgeschichte aus längst vergangenen Zeiten? Ist die Präsenz des heiligen Geistes, die vielen großen und kleinen Wunder und der unerschütterliche, ansteckende Glaube der frühen Christenheit nur noch Erinnerung?

Wie wäre das wohl, wenn wir genauso wie ein Petrus oder ein Johannes heute – in diesen aufregenden Zeiten – erfüllt vom Geist Gottes durch unseren Alltag wandeln würden? Ist Gottes Geist noch der gleiche wie damals, kurz nach Pfingsten? Ist Gottes Reich noch immer eine reale, sich weiterhin ausbreitende Wahrheit?

Um diese Fragen geht es im Wochenimpuls dieser Woche: Das Wunder am schönen Tor

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