Eins sein – trotz Kontaktverboten

Eins sein – trotz Kontaktverboten

Nein, dies ist kein Aufruf, das Kontaktverbot zu umgehen, fromme Corona-Partys zu feiern oder Menschen durch Ansteckung in Gefahr zu bringen. So langsam kommt etwas wie “Corona-Alltag” auf: es wird normal, dass man sich nicht umarmt oder die Hand gibt, dass man Abstand hält, um einander zu schützen. Und obwohl persönliche Treffen im Prinzip nicht mehr stattfinden, habe ich das Gefühl, so etwas wie “Einheit” zu erleben: wo ich mit Menschen am Telefon bete, in Videokonferenzen in der Bibel arbeite oder einfach allein mit meinem Gott über Menschen in meinem Umfeld spreche.

Im Johannesevangelium wird ein Gebet von Jesus zitiert, in dem er seinen himmlischen Vater bittet, Einheit unter seinen Nachfolgern zu schaffen. Die Nachfolger, Christen – wir sollen eins sein, auf das die Welt glaube, dass der Vater den Sohn gesandt hat. (Joh 17,21)

Vielleicht kommt gerade jetzt diese Einheit noch einmal mehr auf, weil Christen nicht mehr in Gemeinden und Hauskreisen aufeinander hocken. So können sie sich nicht mehr streiten, verurteilen und sich gegenseitig den wahren Glauben absprechen. Aber eigentlich glaube ich viel mehr, dass diese außergewöhnliche Zeit unsere Blicke weg von den streitbaren Details hin zum ewig wunderbaren Gott lenkt – dorthin, wo unsere Hilfe, unser Friede und unsere Einheit im Glauben her kommt.

Zuletzt, Brüder und Schwestern, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, seid einerlei Sinn (=lasst euch von Gott dem Vater eins machen), haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. (2. Kor 13,11)

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